Ethnologie im Ruhrgebiet

Eine hochschul­übergreifende Initiative

Christiane Falge

Christiane Falge

ist seit 2014 Professorin für Gesundheit und Diversity am Department of Community Health der Hochschule für Gesundheit Bochum an. Die Sensibilisierung für Diversität und unter­schiedliche Lebenswelten im Gesundheitswesen gehört zum zentralen Gegenstand ihrer Lehre. Gegenwärtig beschäftigt sie sich mit dem Aufbau eines Quartierlabors als Ort permanentem Forschen und Lernens zum Thema quartiersnahe Gesundheitsversorgung in Bochum.

Ihre bisherigen Berufs-, Forschungs-und Lehrerfahrungen erstrecken sich über die Themen Transnationale Migration, Ethnizität, Gender und urbane Diversität. Sie führte Feldforschungen in Äthiopien (1998, 2001-2004), den USA (2004), Bremen (2005-2009) und England (2009: Manchester/Hull/ Sheffield) durch.

Christiane Falge arbeitete bis August 2014 als Research Fellow am Institut für Interkulturelle Studien und Internationale Entwicklung.
Von 2005 - 2009 leitete sie die Forschungsprojekte ‚IMMPATHY Immigrants Barriers and Pathways

to Health-Care‘ und ‚Giving New Subjects a Voice: Cultural Diversity in the Health System.‘der Volkswagen­stiftung. Im Jahr 1997 hat sie ihren Master of Arts in ‚Social Anthropology‘ an der Universität Addis Abeba in Äthiopien absolviert und im Oktober 1998 ihren Magister im Fach Ethnologie an der Universität Hamburg. Im Sommer 2006 schloss Christiane Falge ihre Promotion im Fach Ethnologie an der Universität Halle-Wittenberg ab. Sie ist Mitglied des UPWEB Projekts „Welfare bricolage“ am Institut für Superdiversity der Universität Birmingham und der internationalen Arbeitsgruppe Medical Diversity am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen.

Sie ist Autorin des 2015 erscheinenden Buches The global Nuer. Transnational Livelihoods, Religious Movements and War. Rüdiger Köppe Verlag und Co-Autorin des Buches Migrants and Health. Political and Institutional Responses to Cultural Diversity in Health Systems. Ashgatepublishing. (2012)

Dieter Haller

Dieter Haller

studierte Ethnologie, Soziologie und Hispanistik in Heidelberg und schloss seine grundständige Promotion 1992 mit dem Thmea „Machismo und Homosexualität - zur Geschlechts­rollenkonzeption des Mannes in Andalusien“ ab. Er habilitierte 1999 in Frankfurt/Oder mit der Habilitationsschrift „ Gelebte Grenze: Entwurf einer Anthropologie der Grenze am Beispiel Gibraltars“. Es folgten Gast- und Vertretungsprofessuren in Frankfurt/Main, Hamburg und Granada, eine Theodor-Heuss-Lecturership an der New School University/New York und einer Professur an der University of Texas/Austin. Seit 2005 ist er Professor für Sozialanthropologie an der Ruhr-Universität-Bochum. Er hat das dortige Zentrum für Mittelmeerstudien mitbegründet.

Der Bochumer Lehrstuhl für Sozialanthropologie vermittelt in Lehre und Forschung das, was international Cultural oder Social Anthropology genannt wird und im deutschen Sprachraum unter

dem Begriff Ethnologie (früher Völkerkunde) subsummiert wird. Sozial­anthropologie kann daher in Bochum getrost mit der Bezeichnung Ethnologie synonymisiert werden. Innerhalb der Sektion Sozialpsychologe und –anthropologie teilt die Sozialanthropologie mit der Sozialpsychologie nicht nur verschiedene theoriegeschichtliche Wurzeln, sondern auch den selben Gegenstands­bereich, nämlich den Zusammenhang zwischen Kultur, Individuum und Gesellschaft.

Er ist Autor des »dtv-Atlas Ethnologie« (dtv 2005) und der ersten Geschichte der bundesdeutschen Ethnologie „Die Suche nach dem Fremden“ (Campus 2012). Verschiedene Feldforschungen führte Haller in Sevilla (1985/86, 1988), Gibraltar (1996/97), Texas (2003/05) und Tanger/Marokko (2013-heute) durch. Forschungsschwerpunkte: Korruption, Grenzen, Trance & Ekstase, Sufismus, Fachgeschichte, Sexualität, Mittelmeerraum, Tanger/Gibraltar.

Gudrun M. König

Gudrun M. König

ist seit 2007 Professorin für Kultur­anthropologie des Textilien an der TU Dortmund. Sie habilitierte an der Universität Tübingen mit einer Studie zur Konsumkultur um 1900.

Neben Modegeschichte und Modetheorie hat sie als Forschungs­schwerpunkte die Analyse und Musealisierung materieller Kultur.

Andreas Meyer

Andreas Meyer

ist Professor für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Musikethnologie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Seine Forschungs­interessen umfassen afrikanische und afrokaribische Musik, Formen populärer Musik im globalen Kontext sowie Fragen zu Kultur­bewahrung und kulturellem Gedächtnis. Seit 2014 leitet er das von der DFG geförderte Projekt „Ausgestellte Musik: Untersuchungen zur Vermittlung und Rezeption musikalischer Themen im Museum“.

Andreas Meyer promovierte über frühe Formen der populären Musik in Trinidad & Tobago. Im Anschluss war er von 1992 bis1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ethnologischen Museum in Berlin

sowie von 1995 bis 2001 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Vergleichende Musikwissenschaft der Freien Universität Berlin tätig und habilitierte mit einer Arbeit zum Thema: „Überlieferung, Individualität und musikalische Interaktion. Neuere Formen der Ensemblemusik in Asante/Ghana“. Er vertrat Lehrstühle an der Hochschule für Musik in Detmold, an der Goethe-Universität Frankfurt und an der Freien Universität Berlin. Andreas Meyer ist Mitglied im International Council for Traditional Music (ICTM) und in der Gesellschaft für Musikforschung.